Kein Bündnis mit Antisemiten !

Bezug nehmend auf die Kundgebung „Rechte Welle brechen” ist es der DIG Region Stuttgart e.V. wichtig im Namen pro-jüdischer und pro-israelischer Streiter*innen für Demokratie und Menschenrechte auf einen Widerspruch in den Aussagen des Pressesprechers des Aktionsbündnis Stuttgart gegen Rechts aufmerksam zu machen. Dieser wurde im Artikel „Stuttgart zeigt Rechtsextremen rote Karte“ mit den Worten “Keiner wird ausgeschlossen” zitiert.

“Keiner wird ausgeschlossen” wurde in dem Moment zum Ausschlusskriterium, als es den Weg für Akteure frei gemacht hat, die das Bündnis mit dem Anliegen der Dämonisierung Israels unterwandert haben, dass weder mit dem Einsatz für Demokratie noch mit dem Einsatz für Menschenrechte vereinbar ist.

Das auf der Kundgebung prominent vertretene Palästinakomitee unterstützt die antisemitische BDS Kampagne, ruft aktuell in schrillen Tönen zum Boykott eines israelischen Unternehmens auf, gehört(e) dem Netzwerk der inzwischen wegen Terrorunterstützung verbotenen Samidoun Organisation an und hat die letzten Wochen und Monate um Spenden für eine Organisation mit nachgewiesenen Terrorverbindungen gesammelt.

Ein Bündnis, das zusammen mit dem PalKom zu einer Kundgebung aufruft, ist ein Schlag ins Gesicht der jüdischen Gemeinde und aller Menschen, die sich eine friedliche, offene und vielfältige Gesellschaft wünschen.

Für die DIG Stuttgart gilt bereits seit Jahren ein Unvereinbarkeitsbeschluss mit der AfD. Jegliche Kooperation mit extrem rechten Akteuren aus Deutschland, aber auch aus Israel ist mit unseren Zielen unvereinbar.

Einsatz für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie schließt zwingend den Kampf gegen jegliche Form von Antisemitismus ein.

Wenn auf einer Demo von 94 Organisationen und 10.000 Teilnehmer*innen nicht gegen den sich als Israelhass gekleideten Antisemitismus eingeschritten wird, dann wird nicht nur der Kampf gegen den Antisemitismus verraten, sondern auch der Kampf gegen Rechtsextremismus an sich diskreditiert.

Antisemiten haben in Bündnissen gegen Rechtsextremismus nichts zu suchen!

Die Kundgebung „Gegen die rechte Welle“ war eine Ausdruck der Ausgrenzung und Anfeindung von Juden seit 7-10, die den Hilferuf „Nie wieder ist jetzt“ notwendig gemacht haben.

Wenn tolerante Kräfte sich tolerant gegen intolerante Kräfte zeigen, geben sie der Intoleranz Auftrieb und schaden der Toleranz.


Bilder der Kundgebung, die deutlich machen, wie weit das Anliegen der Kundgebung diskreditiert wurde:

die rechte Welle brechen

Wir begrüßen das Engagement vieler Menschen in Stuttgart gegen die Bedrohung der Demokratie und fühlen uns dem Kampf gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit verpflichtet.

Für die DIG Stuttgart gilt bereits seit Jahren ein Unvereinbarkeitsbeschluss mit der AfD. Jegliche Kooperation mit extrem rechten Akteuren aus Deutschland, aber auch aus Israel ist mit unseren Zielen unvereinbar.

Einsatz für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie schließt zwingend den Kampf gegen jegliche Form von Antisemitismus ein. Antisemiten haben in Bündnissen gegen Rechtsextremismus nichts zu suchen!

Wir rufen unsere Mitglieder und follower und alle Menschen, die sich gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus positionieren dazu auf am 24/2 NICHT Seite an Seite mit Antisemiten auf die Straße zu gehen. Wir fordern auf, der Kundgebung „die rechte Welle brechen“ auf dem Marktplatz fern zu bleiben.

Das Palästinakomitee hat auf einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus und für Demokratie nichts verloren.

Ein Bündnis, das zusammen mit dem PalKo zu einer Kundgebung aufruft, ist ein Schlag ins Gesicht der jüdischen Gemeinde und aller Menschen, die sich eine friedliche, offene und vielfältige Gesellschaft wünschen.

Wir fordern alle Organisationen, die den Aufruf zu der Kundgebung unterzeichnet haben, auf, ihre Unterstützung für diese Aktion zurückzuziehen.

Vom Atomabkommen mit dem Iran zum 7. Oktober: Warum deutsche Politik für die aktuelle Eskalation im Nahen Osten mitverantwortlich ist

24.04. | 19 Uhr | Haus der Geschichte
Stephan Grigat über Historie und Gegenwart deutscher Außenpolitik gegenüber Israel und Iran

Eine Veranstaltung der DIG Region Stuttgart e.V. und des Förderverein Emanzipation und Frieden

© Katho Kongress 23

Vortrag von Stephan Grigat

Die Vernichtungsaktion der Hamas und das Pogrom in Südisrael waren nur durch jahrelange Unterstützung aus Teheran möglich, und die Voraussetzung für diese Unterstützung waren die Milliardengeschäfte deutscher Unternehmen mit dem iranischen Regime, die in den letzten Jahrzehnten von ausnahmslos allen deutschen Parteien und Regierungen gefördert wurden. Solange es zu keiner 180-Grad-Wende in der Politik gegenüber dem Regime im Iran kommt, die perspektivisch auf einen Sturz der Machthaber in Teheran setzen müsste, bleiben die Solidarisierungen mit dem angegriffenen Israel genauso billige Rhetorik wie die formelhaften Beschwörungen eines „Nie wieder“ und „Wehret den Anfängen“.

Stephan Grigat ist Professor für Theorien und Kritik des Antisemitismus an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und Leiter des Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) in Aachen. Er ist Research Fellow an der Universität Haifa und am London Center for the Study of Contemporary Antisemitism, Autor von „Die Einsamkeit Israels: Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung“ (Konkret 2014), Herausgeber von „Kritik des Antisemitismus in der Gegenwart: Erscheinungsformen – Theorien – Bekämpfung“ (Nomos 2023) und Mitherausgeber von „Erinnern als höchste Form des Vergessens? (Um-)Deutungen des Holocaust und der Historikerstreit 2.0“ (Verbrecher 2023).


Stimmen aus Israel!


28.02. | 19 Uhr | online

Eine Kooperation mit der DIG AG Kaiserslautern


Am 7/10 blieb in Israel die Zeit stehen. Wie fühlt sich das Leben im Land an, bei anhaltendem Geiseldrama und anhaltenden Verlusten im Süden, zunehmendem weltweiten Antisemitismus, sich verschärfender Kriegsgefahr im Norden, Zehntausenden Binnenflüchtlingen, abschmierender Wirtschaft und einer planloser politischen Führung. Wie steht es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wie blicken die Israelis in die ungewisse Zukunft.

Anmeldung: info@dig-stuttgart.net

Prof. Dr. Gisela Dachs ist Publizistin und Kommunikationswissenschaftlerin. Sie hat an der Tel Aviver Universität zu Einwandereridentitäten und Nachrichtenkonsum promoviert. Seit 2016 lehrt und forscht sie am Zentrum für Deutschlandstudien und am European Forum der Hebräischen Universität in Jerusalem. Ihre journalistische Karriere begann sie bei der französischen Tageszeitung Liberation, bevor sie ins politische Ressort der Zeit nach Hamburg wechselte, für die sie anschliessend mehr als zwanzig Jahre exklusiv aus Israel berichtete. Heute arbeitet sie als Korrespondentin vor allem für die NZZ am Sonntag. Sie ist Autorin mehrerer Bücher und u.a. auch Herausgeberin des Länderbericht Israel, der 2016 im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung erschien. Seit 2001 gibt sie den Jüdischen Almanach im Auftrag des Leo Baeck Instituts Jerusalem heraus. Sie lebt in Tel Aviv.  

Chaya Tal aus Köln , seit 12 Jahren in Israel, Mitarbeiterin der israelisch-palästinensischen NGO „Roots Shorashim Judur“, Freelance-Journalistin (Jüd.Allgemeine, Ynet, Times of Israel u.a.), ehemalige Bloggerin bei „Ich, die Siedlerin“ über jüd.Leben in Judäa und Samaria. Im Rahmen der Blogaktivität arbeitete sie mit der Bundeszentrale für politische Bildung zusammen und hielt Vorträge in Deutschland und der Schweiz. Studierte Nahostwissenschaften an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan. Lebt in Gush Etzion.

Ralph Lewinsohn ist in Namibia geboren, im Alter von 25 nach Israel eingewandert und lebt seit 43 Jahren im Kibbutz Kfar Aza. Er war viele Jahre auf der Landwirtschaft beschäftigt, und hat dann eine Reiseführer Ausbildung gemacht und arbeit seit 20 Jahren in dem Beruf.