Pressemitteilung: Deutsch-Israelische Gesellschaft nimmt keine AfD-Mitglieder auf

Eine gut besuchte Mitgliederversammlung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V. sprach sich gegen jede Zusammenarbeit mit der AfD aus.

„Mit 35 Ja-Stimmen bei je zwei Nein-Stimmen und Enthaltungen haben unsere Mitglieder klargestellt, dass wir uns nicht von Heuchlern instrumentalisieren lassen, die glauben, menschenfeindliche Parolen und Hetze gegen Flüchtlinge und Muslime verkauften sich besser, wenn man dabei mit Israelfahnen wedelt“, so die alte und neue Vorsitzende Bärbel Illi. „Immer wieder“, so Illi, habe es in der Vergangenheit Anbiederungsversuche von rechtspopulistischer Seite an ihre Vereinigung gegeben. „Doch wir gehen Leuten nicht auf den Leim, die den Nationalsozialismus als Vogelschiss bezeichnen und stolz sind auf die angeblichen Leistungen deutscher Soldaten in beiden Weltkriegen“ betont Illi und zitiert den israelischen Botschafter Jeremy Issacharoff: „Wenn man sich pro-israelisch gibt, bedeutet das noch lange nicht, dass damit andere Verhaltensweisen toleriert werden können.“ Der Vorstand der DIG Region Stuttgart habe deswegen einstimmig beschlossen, keine Mitglieder der AfD aufzunehmen.

Hart ins Gericht gehen die DIG-Mitglieder auch mit dem verbreiteten israel-bezogenen Antisemitismus, insbesondere mit Boykottaktivitäten gegen Israel, „ob von links, von rechts, von muslimischer und kirchlicher Seite oder aus der Mitte der Gesellschaft“. Das Verhalten der politischen Parteien gegenüber Israel sei oft sehr widersprüchlich und wenig überzeugend. „Sonntagsreden über Solidarität und Verantwortung stehen Handlungen gegenüber, die immer wieder an der Ernsthaftigkeit dieser Worte zweifeln lassen.“

Dem mit großer Einmütigkeit neu gewählten Vorstand der DIG Region Stuttgart e.V. gehören u.a. Bärbel Illi als Vorsitzende, Michael Kashi, Clemens Homoth-Kuhs, Jörg Freitag und Lothar Galow-Bergemann als stellvertretende Vorsitzende und Ignac Vamos als Schatzmeister an.

Audio: Iran – Israel – Deutschland

Vortrag gehalten am 13.03.2019 von Stephan Grigat auf einer Veranstaltung der DIG Stuttgart – Hier mehr Informationen zur Veranstaltung.

 

 

Der heutige Iran, Israel und Deutschland sind auf eine merkwürdige Weise miteinander verbunden. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus. Der Band erhebt Einspruch gegen die gängige Darstellung des iranischen Regimes und fragt nach den besonderen Beziehungen, die Deutschland als „Rechtsnachfolger des Dritten Reiches“ zur antisemitischen Diktatur im Iran einerseits und zum jüdischen Staat andererseits unterhält. Das Regime der Ajatollahs wird ebenso vor dem Hintergrund der Erfahrung des Nationalsozialismus analysiert wie die deutsche Iran-Politik und die israelischen Reaktionen auf das iranische Atomprogramm. In dem Vortrag wird zudem auf die aktuelle Situation nach der Aufkündigung des Atomabkommens durch die US-Administration eingegangen.
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Beschluss: Gegen Delegitimierung und Instrumentalisierung Israels

Auf unserer Mitgliederversammlung am 11. März 2019 haben wir, die DIG Stuttgart, uns in einem Beschluss mit großer Mehrheit gegen die Delegitimierung und Instrumentalisierung Israels ausgesprochen. Wir betrachten eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei als hochproblematisch, jegliche Zusammenarbeit mit der AfD lehnen wir ab.


Der Beschluss im Wortlaut:

 

Gegen Delegitimierung und Instrumentalisierung Israels

Die DIG Region Stuttgart fördert die Solidarität mit dem Staat Israel und seiner Bevölkerung und wendet sich entschieden gegen all diejenigen Kräfte, die Israels Lebensrecht als jüdischer Staat bestreiten. Die DIG Region Stuttgart wird weiterhin Boykott-Aktivitäten gegen Israel entgegentreten, verstärkt an Schulen über Israel informieren und wie jedes Jahr die Staatsgründung Israels öffentlich feiern.
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Otto-Hirsch-Auszeichnung für Michael Kashi

Wir gratulieren unserem stellvertretenden Vorsitzenden Michael Kashi herzlich zur Otto-Hirsch-Auszeichnung, die ihm am Montag im Stuttgarter Rathaus verliehen wurde.

Michael Kashi wurde 1948 in Tel Aviv geboren, kam 1969 nach Deutschland und engagiert sich von Anfang an im deutsch-israelischen Dialog. Heute ist Michael Kashi Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW), sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart.

Ausgezeichnet wurde er „für bleibende Verdienste als Wegbereiter des Dialogs wie auch der Öffnung der jüdischen Gemeinde in die Stuttgarter Stadtgesellschaft sowie in die Zweigstellengemeinden durch die Schaffung dezentraler Strukturen in Württemberg“.

Gern verweisen wir auf den Artikel der Jüdischen Allgemeinen, sowie den Bericht der Stadt Stuttgart.

Videomitschnitt: Vorträge der Tagung in Bad Boll

Vorträge unserer Antisemitismus-Tagung in Bad Boll gibt es nun hier als Videomitschnitt.

Titel der Tagung:„Antisemitismus ohne Antisemiten? Antisemitismus in den rechtspopulistischen Parteien Europas“

Ort und Zeit: Evangelische Akademie Bad Boll, 7. und 8. Dezember 2018

Flugblatt zur Tagung

Begrüßung durch Wolfgang Mayer-Ernst (Evangelische Akademie Bad Boll) und Bärbel Illi (Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart)

Die Begrüßungen sind hier auch als Text nachzulesen:

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