Pressemitteilung: DIG Stuttgart verurteilt Israel-Boykott-Veranstaltung im Haus der Katholischen Kirche

Trotz Einwänden will das Katholische Bildungswerk die morgige Veranstaltung mit Shir Hever nicht absagen. „Es erschreckt mich, mit welcher Entschlossenheit das Katholische Bildungswerk daran fest hält, der gegen Israel gerichteten BDS-Kampagne („Boycott, Divestment, Sanctions“) morgen einen öffentlichen Auftritt in Stuttgart zu verschaffen“, kommentiert B. Illi Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V.

Schon vor Wochen informierten wir das Katholische Bildungswerk und das Haus der Katholischen Kirche, dass Shir Hever den Boykott gegen Israel propagiert. Obwohl der Landtag Baden-Württemberg die BDS-Kampagne verurteilt und dazu auffordert, Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten, und obwohl das Bildungswerk bekundet, dass bei Boykottaufaufrufen rote Linien überschritten seien, beschloss nun das Katholische Bildungswerk an der Veranstaltung festzuhalten.
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Pressemitteilung: Deutsch-Israelische Gesellschaft nimmt keine AfD-Mitglieder auf

Eine gut besuchte Mitgliederversammlung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V. sprach sich gegen jede Zusammenarbeit mit der AfD aus.

„Mit 35 Ja-Stimmen bei je zwei Nein-Stimmen und Enthaltungen haben unsere Mitglieder klargestellt, dass wir uns nicht von Heuchlern instrumentalisieren lassen, die glauben, menschenfeindliche Parolen und Hetze gegen Flüchtlinge und Muslime verkauften sich besser, wenn man dabei mit Israelfahnen wedelt“, so die alte und neue Vorsitzende Bärbel Illi. „Immer wieder“, so Illi, habe es in der Vergangenheit Anbiederungsversuche von rechtspopulistischer Seite an ihre Vereinigung gegeben. „Doch wir gehen Leuten nicht auf den Leim, die den Nationalsozialismus als Vogelschiss bezeichnen und stolz sind auf die angeblichen Leistungen deutscher Soldaten in beiden Weltkriegen“ betont Illi und zitiert den israelischen Botschafter Jeremy Issacharoff: „Wenn man sich pro-israelisch gibt, bedeutet das noch lange nicht, dass damit andere Verhaltensweisen toleriert werden können.“ Der Vorstand der DIG Region Stuttgart habe deswegen einstimmig beschlossen, keine Mitglieder der AfD aufzunehmen.

Hart ins Gericht gehen die DIG-Mitglieder auch mit dem verbreiteten israel-bezogenen Antisemitismus, insbesondere mit Boykottaktivitäten gegen Israel, „ob von links, von rechts, von muslimischer und kirchlicher Seite oder aus der Mitte der Gesellschaft“. Das Verhalten der politischen Parteien gegenüber Israel sei oft sehr widersprüchlich und wenig überzeugend. „Sonntagsreden über Solidarität und Verantwortung stehen Handlungen gegenüber, die immer wieder an der Ernsthaftigkeit dieser Worte zweifeln lassen.“

Dem mit großer Einmütigkeit neu gewählten Vorstand der DIG Region Stuttgart e.V. gehören u.a. Bärbel Illi als Vorsitzende, Michael Kashi, Clemens Homoth-Kuhs, Jörg Freitag und Lothar Galow-Bergemann als stellvertretende Vorsitzende und Ignac Vamos als Schatzmeister an.

Beschluss: Gegen Delegitimierung und Instrumentalisierung Israels

Auf unserer Mitgliederversammlung am 11. März 2019 haben wir, die DIG Stuttgart, uns in einem Beschluss mit großer Mehrheit gegen die Delegitimierung und Instrumentalisierung Israels ausgesprochen. Wir betrachten eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei als hochproblematisch, jegliche Zusammenarbeit mit der AfD lehnen wir ab.


Der Beschluss im Wortlaut:

 

Gegen Delegitimierung und Instrumentalisierung Israels

Die DIG Region Stuttgart fördert die Solidarität mit dem Staat Israel und seiner Bevölkerung und wendet sich entschieden gegen all diejenigen Kräfte, die Israels Lebensrecht als jüdischer Staat bestreiten. Die DIG Region Stuttgart wird weiterhin Boykott-Aktivitäten gegen Israel entgegentreten, verstärkt an Schulen über Israel informieren und wie jedes Jahr die Staatsgründung Israels öffentlich feiern.
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Otto-Hirsch-Auszeichnung für Michael Kashi

Wir gratulieren unserem stellvertretenden Vorsitzenden Michael Kashi herzlich zur Otto-Hirsch-Auszeichnung, die ihm am Montag im Stuttgarter Rathaus verliehen wurde.

Michael Kashi wurde 1948 in Tel Aviv geboren, kam 1969 nach Deutschland und engagiert sich von Anfang an im deutsch-israelischen Dialog. Heute ist Michael Kashi Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW), sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart.

Ausgezeichnet wurde er „für bleibende Verdienste als Wegbereiter des Dialogs wie auch der Öffnung der jüdischen Gemeinde in die Stuttgarter Stadtgesellschaft sowie in die Zweigstellengemeinden durch die Schaffung dezentraler Strukturen in Württemberg“.

Gern verweisen wir auf den Artikel der Jüdischen Allgemeinen, sowie den Bericht der Stadt Stuttgart.

Pressemitteilung: Deutsch-Israelische Gesellschaft protestiert gegen „Nakba“-Ausstellung in der Volkshochschule Reutlingen

Die Volkshochschule Reutlingen zeigt die Ausstellung „Die Nakba. Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“. Bärbel Illi, die Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Region Stuttgart, bedauert das.

„Mit guten Gründen haben es bereits sehr viele Bildungseinrichtungen, Städte und Gemeinden in Deutschland abgelehnt, diese Ausstellung zu zeigen, denn sie ist zutiefst unseriös und hat mit objektiver Information nichts zu tun. Leider verschließt die vhs Reutlingen die Augen davor.“

Die Ausstellung erkläre die Gründung des Staats Israel 1948 zu einer Katastrophe („Nakba“) und lehne die nach internationalem Recht gültigen Grundlagen des Staates wie die Balfour-Deklaration und den UN-Teilungsplan ab. „Sie unterschlägt“, so Illi, „dass Israel eine Erfolgsgeschichte auch für seine arabischen Einwohner ist. In keinem anderen Land im Nahen Osten genießen arabische Musliminnen mehr Menschenrechte und einen höheren Lebensstandard als in Israel.“

Die Ausstellung fordere ein angebliches „Rückkehrrecht“ für sämtliche Nachfahren palästinensischer Flüchtlinge von 1948, was den jüdischen Charakter Israels zerstören würde. „Hier geht es nicht um Kritik an einzelnen Aspekten israelischer Politik, sondern um die grundsätzliche Delegitimierung des jüdischen Staates. Auch die Volkshochschule Reutlingen steht in der Verantwortung, Ressentiments gegen Israel nicht weiter zu schüren. Wir fordern sie auf, diese unseriöse Ausstellung zu beenden“, sagt Illi.

Die DIG lädt die interessierte Bevölkerung zu einem Informationsstand an diesem Donnerstag, 7. Februar von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr auf dem Marktplatz Reutlingen vor dem Spitalhof ein.

Flyer zum Infostand downloaden