Solidaritätsreise – Nova Festivalgelände

Auf dem Gelände erinnern die Angehörigen der 364 Ermordeten und der 40 nach Gaza entführten Festivalbesucher*innen an den Horror des 7/10 als palästinensische Terroristen und in ihrem Nachgang Bewohner des Gazastreifen gefoltert, vergewaltigt und gemordet haben. Die einzelnen Opfer werden durch die Gestaltung der Gedenkstellen, die ihre Angehörigen geschaffen haben persönlich.

Shani Gabay war 25, Fan von Maccabi Haifa, aus Yokneam und hat Einlasskontrolle beim Festival gemacht. Sie konnte sich in einen Krankenwagen retten, der mehr als ein Dutzend Besucher*innen hätte vom Gelände bringen sollen, aber dann unter Feuer gekommen und von Granaten und RPG getroffen und zerstört wurde. Die Teile des Krankenwagens liegen zum Teil noch herum.

Shanis Vater und Mutter und Schwester haben erzählt, dass sie eine großartige junge Frau war und eine Instagram Seite zu ihrem Andenken eingerichtet wurde.


Solidaritätsreise – Platz der Entführten

Mit dem Schicksal der Entführten und ihrer Angehörigen direkt konfrontiert zu werden ist an sich schockierend und erschütternd. Vor dem Hintergrund der antisemitischen Täter-Opfer, wie sie vom Spiegel betrieben wird, ist es unerträglich. Wir danken Andrea Livnat für die Begleitung und den Angehörigen der Entführten des Nova, die uns die Menschen hinter den Plakaten vorgestellt haben. So hat uns Menashe, der Onkel des entführten DJ Elkana Bohbot das Schicksal der Entführten und deren Angehörigen sehr nahe gebracht.

BRING THEM HOME NOW!

Solidaritätsreise – Frauen in der Armee

Orit Adato erreichte in ihrer Karriere den Rang des Generalleutnant, den höchsten Dienstgrad der israelischen Armee. 2000 wurde sie zur Oberbefehlshaberin des israelischen Gefängnisdienstes ernannt und damit als erste Frau in Israel Drei-Sterne-Generalin.

Als Adato ihre Arbeit beim Gefängnisdienst antrat, gab es nur zwei Oberaufseherinnen, eine für ein Frauen- und eine für ein Jugendgefängnis. Nach dreieinhalb Jahren unter der Führung von Adato zählte der israelischen Gefängnisdienst sieben Oberaufseherinnen. Und dies geschah nicht in ruhigen Zeiten, sondern auf der Höhe der zweiten Intifada 2000-2003.

Die Delegation der DIG hatte die Gelegenheit sich von Orit Adato erklären zu lassen, wie sie als einzige Frau 1992 die Ausbildung zum Oberst am israelischen Sicherheits-College begann, Befehlshaberin des Frauenkorps wurde und auf dessen Selbstauflösung hinwirkte.

Für Adato war klar, dass sie nicht auf Änderungen warten, sondern diese selbst vorantreiben musste. Zu ihren beeindruckenden Verdiensten um die Beförderung von geeigneten Frauen in die höheren Ränge der Armee gehört, dass sie innerhalb von zwei Jahren die Anzahl weiblicher Oberst hat verdoppeln können.

Adato untersuchte die Möglichkeit der Integration von Frauen in neue Positionen. Sie erreichte, dass Männer und Frauen gemeinsam dienen, wenn es keine triftigen Gründe für eine Segregation gibt.

Durch die Anpassung von Ausrüstungsgegenständen wie Waffen, Helmen und Westen konnten mehr Frauen den Anforderungen an Kampfsoldaten gerecht werden. Tatsächlich gibt es heute drei integrierte kämpfende Bataillone – Caracal, Löwen des Jordan und Gepard, die in Infanterieeinheiten für den Grenzschutz zuständig sind.

Dass der Kampf gegen Vorurteile nicht der Vergangenheit angehört, machen manche Reaktionen auf die Zulassung der Frauen zur Ausbildung zur Panzerkommandantin deutlich.

Da das Programm darauf ausgelegt war, nur die Fähigkeit zur Durchführung der Routine-Grenzsicherheit zu testen, umfasste das Training keine umfassenden Kriegsübungen. Das Hinauszögern des Einsatzes von Frauen in Panzern trotz ihrer Eignung ist auf die Entscheidungslinie, Frauen nicht an der vordersten Front in feindlichem Territorium dienen zu lassen, zurückzuführen.

Zum einen stand Frauen das hartnäckige Vorurteil, sie könnten nicht gleichfalls töten im Weg, zum Andren die Angst vor der Gefangennahme.

Seit dem 7/10 sind die Diskussionen weitgehend hinfällig. Frauen in den Infanterieeinheiten haben sich in die Schlacht geworfen, rein mit Frauen besetzte Panzer haben gekämpft ohne dafür ausgebildet worden zu sein. Frauen wurden an der Front getötet und entführt.

Im Kampf war die Unterscheidung hinfällig. Die Kriegssituation mache aus der Zurückstufung von Frauen einen Nachteil für die Streitkräfte an sich. Israel muss seine personellen Ressourcen ausschöpfen. Dazu gehört auch das Potential der Hälfte der Bevölkerung in der es viele gibt, die darauf brennen ihr Land an vorderster Front zu verteidigen.