Zur Nachahmung empfohlen: Protestbrief an Sigmar Gabriel und Nils Schmid

An den Vizekanzler und Bundesminister Herrn Sigmar Gabriel (kontakt@bmwi.bund.de)

An den stellv. Ministerpräsidenten und Finanz- und Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg Herrn Nils Schmid (poststelle@mfw.bwl.de)

 

Sehr geehrter Herr Gabriel,
Sehr geehrter Herr Schmid,

wir protestieren gegen Ihre Reise in den Iran. Dass Sie 70 Jahre nach dem Holocaust ein antisemitisches Regime besuchen, um Geschäfte anzubahnen, ist skandalös. Sie feiern in Teheran ein Abkommen, das gegen den erklärten Willen Israels von Deutschland abgeschlossen wurde und das Teheran Milliarden von Euros zur Terrorfinanzierung einbringen wird. Sie werden einem Präsidenten die Hand schütteln, der vor wenigen Tagen bei einer Kundgebung freundlich lächelnd zuschaute, wie amerikanische und israelische Flaggen verbrannt wurden und die Menge „Tod Amerika, Tod Israel“ brüllte. Wir appellieren nachdrücklich an Sie, Ihre Reise abzusagen.

Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Illi
Deutsch-Israelische Gesellschaft Stuttgart und Mittlerer Neckar

Vortrag: Deutschland und Israel – 50 Jahre danach

Vortrag von Eldad Beck, Deutschlandkorrespondent der Yedioth Ahronoth, Berlin

 

Zeit: Montag 6. Juli 2015, 19 Uhr

Ort: Rotunde im Deutschen Landwirtschaftsmuseum, Universität Hohenheim
Standort Filderhauptstraße 179, 70599 Stuttgart

Eintritt: frei

 

Vor 50 Jahren wurden diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Staaten aufgenommen. Es bestehen bislang enge Beziehungen; doch zeigen sich immer mehr Risse. In Israel werden antisemitische Vorfälle in Deutschland besonders seit den massiven judenfeindlichen Demonstrationen im Sommer 2014 während des Gazakrieges deutlich wahrgenommen.
Umgekehrt hat die Kanzlerin 2008 zwar die Existenz des Staates Israel zur deutschen Staatsräson erklärt. Aber in Berlin geht man immer mehr auf Distanz zur aktuellen Politik Israels. Das entspricht auch der Stimmung in der deutschen Bevölkerung.
Im 50. Jahr seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahr 1965 hatte man sich viel vorgenommen, um diese zu würdigen. Doch es gibt erhebliche Probleme beim Verstehen des jeweils Anderen.

Eldad Beck beobachtet seit vielen Jahren die Situation in beiden Ländern. Er kennt Hintergründe und Abgründe; aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit für die israelische Tageszeitung Jedi’ot Acharonot („Neueste Nachrichten“) wird er vieles aus israelischer Sicht zur Sprache bringen, was hier nicht bekannt ist.

Der Vortrag wird bei der Ausstellungseröffnung „Die Geschichte eines grünen Israels“ gehalten, zu der wir Sie nochmals herzlich einladen.