Pressemitteilung: DIG distanziert sich von fremdenfeindlicher Kundgebung

Wenn auf öffentlichen Plätzen in Stuttgart Israelfahnen zu sehen sind, liegt die Vermutung nahe, es handele sich um eine Aktion der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Am 16. und 17. November fanden allerdings auf dem Schlossplatz und vor dem Milaneo Kundgebungen statt, mit denen wir absolut nichts zu tun hatten und von denen wir uns in aller Schärfe distanzieren.

Veranstalter war die rechtsextremistische „Bürgerbewegung Pax Europa“. Es sprach der mehrfach wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Beschimpfung von Religionsgesellschaften vorbestrafte und vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtete Journalist Michael Stürzenberger. Nur bei oberflächlichem Zuhören konnte man annehmen, er sei ein Freund Israels.

Schnell wurde klar, worum es wirklich ging – um Hetze gegen MuslimInnen. Israel wird immer wieder von Rechtsextremen instrumentalisiert, die den jüdischen Staat für ihren „Krieg gegen den Islam“ vereinnahmen wollen.

„Wie die israelische Botschaft treten auch wir solchen politischen Taschenspielertricks entschieden entgegen. In Israel ist Religionsfreiheit auch für Minderheiten garantiert und es gibt dort jede Menge Moscheen“ sagt Bärbel Illi, Vorsitzende der DIG Stuttgart.

Sie verweist auf den Beschluss der DIG-Hauptversammlung: „Die Deutsch-Israelische Gesellschaft schließt jede Zusammenarbeit mit Parteien aus dem rechtspopulistischen bis rechtsextremen Spektrum aus. Dies gilt explizit auch für die AfD.“

Audio: Israelbezogener Antisemitismus heute

Vortrag gehalten am 7. November 2018 von Lars Rensmann auf einer Veranstaltung der DIG Stuttgart.

 

 

Antisemitismus ist, in seinen klassischen wie modernisierten Varianten, auf dem Vormarsch in den europäischen Gesellschaften und Öffentlichkeiten. Er manifestiert sich in politischen Bewegungen des Rechtsextremismus, des autoritären Populismus und des Islamismus genauso wie in grassierenden verschwörungsmythischen sozialen Medien-Diskursen und zunehmend in Debatten im Mainstream von Politik und Kultur. Dazu zählt, als wesentliche Ausdrucksform, die israelbezogene Judenfeindschaft, die projektiv antijüdische Stereotypen und Fantasien auf Israel als „Feind der Menschheit“, „Feind des Friedens“ und böswilligem „Aggressor“ überträgt. „Israelkritik“ ist dabei längst zu einer hegemonialen politischen Norm avanciert, die wesentlich zu einer Erosion der Diskursgrenzen, der Grenzen des Sagbaren, im Hinblick auf Antisemitismus beiträgt. Der Vortrag analysiert Formen und Erscheinungsformen insbesondere des israelfeindlichen, antizionistischen Antisemitismus in der Gegenwart, seine Ursachen und Motive, und Strategien zu seiner Bekämpfung.
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Einführung in die Ausstellung 1948

Dr. Oren Osterer, Historiker und Kurator der Ausstellung

 

Zeit: Montag, 26. November 2018, 17 Uhr

Ort: CVJM-Haus, CVJM Esslingen e.V., Kiesstraße 3 – 5, 1. OG, 73728 Esslingen

Eintritt: Frei

Veranstalterinnen: DIG Region Stuttgart e.V. Württembergs

 

Dr. Osterer führt als Kurator der Ausstellung in das Thema 1948 ein.

Pavel Hoffmanns Rede in Reutlingen

Zum Abschluss der ersten Etappe unserer Ausstellung in Reutlingen hat DIG-Mitglied Pavel Hoffmann die Abschlussrede gehalten. Die Rede vom 24. Oktober 2018 im Wortlaut.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Israel-Freunde,

Zuerst möchte ich eine Botschaft von allen großen deutschen und europäischen Juden wie Imre Kertész, Marcel Reich Ranicki, Ralf Giordano, Leon Winter, Ignac Bubis und Albert Ein-stein, die sich alle entsetzt über den immer währenden Antisemitismus, den man verschämt Antizionismus nennt, geäußert haben, übermitteln. Stellvertretend für alle diese berühmten und geschätzten Menschen hat der Nobelpreisträger und Holocaust-Überlebende Imre Kertész in seinem letzten Werk vor seinem Tod folgende Botschaft an alle Diaspora Juden gerichtet. Ich zitiere: „Ich glaube die europäische Juden begehen einen selbstmörderischen Fehler, wenn sie in das Geheul der europäischen Intellektuellen und Chefbeamten einstimmen, die sie gestern noch ausrotten wollten und jetzt unter dem Vorwand der Kritik an Israel eine neue Sprache für den alten Antisemitismus finden. wieso sollten sie ihre Absichten ändern!“

In diesem Jahr haben die Juden auf der ganzen Welt die Gründung von 70 Jahren Israel gefeiert. Ein Staat, der dafür garantiert, dass es niemand mehr wagt das jüdische Volk zu vernichten. Es ist fast ein Wunder, dass nach elf Kriegen und 70 Jahren Kriegszustand Israel heute so stark ist, dass es für die unterdrückten Völker wie das jesidische, iranische oder das kurdische Volk zum Symbol der Freiheit geworden ist. Nicht einmal das Kreieren eines Volkes der “Palästinenser“ in den 60-er Jahren durch Arafat und die arabischen Staaten, was ausschließlich das Ziel verfolgte, den jüdischen Staat zu vernichten, hat es geschafft, Israel in die Knie zu zwingen. Trotzdem liegt der einzige demokratische Staat im Nahen Osten, der jüdische Staat mit mehr als 7 Millionen Juden und 1,2 Millionen Arabern, vielen der 500 Millionen Europäern und 1,5 Milliarden Moslems schwer in dem Magen.
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