{"id":4879,"date":"2024-08-14T18:42:55","date_gmt":"2024-08-14T16:42:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dig-stuttgart.net\/?p=4879"},"modified":"2025-07-02T23:25:19","modified_gmt":"2025-07-02T21:25:19","slug":"11-12-oneg-shabat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dig-stuttgart.net\/?p=4879","title":{"rendered":"11.12. | 19.30 | Oneg Shabat | Hotel Wartburg"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach der Einsperrung der J\u00fcdinnen und Juden im Warschauer Ghetto im November 1940 beginnt eine Gruppe um den j\u00fcdischen Historiker Emanuel Ringelblum, die sich Oneg Shabbat (\u201aFreude des Sabbat\u2018) nennt, Beweisst\u00fccke f\u00fcr die Entrechtung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung zu sammeln und das Geschehene f\u00fcr die Nachwelt schriftlich festzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die am Projekt beteiligten j\u00fcdischen Aktivist*innen schildern und archivieren zahlreiche Aspekte der Existenz im Warschauer Ghetto und der Shoah und tun das unmittelbar, ohne zeitliche Distanz und ohne zu wissen, was am n\u00e4chsten Tag passiert. Sie dokumentieren nicht nur den Ghettoalltag, sondern analysieren auch die Ereignisse und das menschliche Verhalten, stellen Fragen, suchen nach Ursachen und Folgen und meiden dabei keine schwierigen Themen und unbequeme Gedanken. Aus ihrer Arbeit entsteht eine einzigartige Sammlung von Zehntausenden von Dokumenten unterschiedlicher Art, zu der es keine vergleichbare Zusammenstellung von Quellen zu Shoah in allen Archiven der Welt gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die im Warschauer Ghetto geheim verfassten, in Metallk\u00e4sten und Milchkannen versteckten und nach dem Krieg wiedergefundenen Aufzeichnungen sind die letzten Zeugnisse \u00fcber das Leiden und sowie \u00fcber den Tod nicht nur von einzelnen Menschen, sondern auch von den ganzen j\u00fcdischen Gemeinden. Wie der amerikanische Historiker Samuel Kassow mit dem Titel seines Buches \u201eWho Will Write Our History? Emanuel Ringelblum and the Oyneg Shabes Archive\u201c andeutet, ist der Sammlung des geheimen Ghettoarchivs umso mehr Beachtung zu schenken, als es sich um die Stimme der Opfer und nicht der T\u00e4ter handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des Vortrags erfahren Sie mehr \u00fcber das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos und vor allem \u00fcber die Menschen, die zur Entstehung von dieser au\u00dfergew\u00f6hnlichen Sammlung von Beweisen f\u00fcr die Besonderheit der Shoah beigetragen haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"478\" height=\"465\" src=\"https:\/\/www.dig-stuttgart.net\/wp-content\/uploads\/signal-2024-08-13-214949_002.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4880\" srcset=\"https:\/\/www.dig-stuttgart.net\/wp-content\/uploads\/signal-2024-08-13-214949_002.jpeg 478w, https:\/\/www.dig-stuttgart.net\/wp-content\/uploads\/signal-2024-08-13-214949_002-300x292.jpeg 300w, https:\/\/www.dig-stuttgart.net\/wp-content\/uploads\/signal-2024-08-13-214949_002-150x146.jpeg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dr Anita Borkowska, geboren 1896 in Krasnystaw (Polen), studierte Germanistik an der Warschauer Universit\u00e4t, promovierte 2014 mit der Dissertation unter dem Titel <em>Literarische Eigenschaften der videographierten und transkribierten Interviews mit \u00dcberlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung<\/em>. Guide, Bildungsreferentin, \u00dcbersetzerin. Beteiligt sich an der Durchf\u00fchrung von lokalen und internationalen Bildungs- und Erinnerungsprojekten zu den Themen Zweiter Weltkrieg und Shoah. Begleitet inhaltlich, sprachlich und organisatorisch Studienreisen f\u00fcr Jugendliche und Erwachsene. Ihre festen Kooperationspartner sind u.a. Organisationen aus Deutschland wie: Bildungswerk Stanis\u0142aw Hantz e.V, what matters, Br\u00fccke|Most-Stiftung, Internationales Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund und Stichting Sobib\u00f3r aus den Niederlanden. Bietet Rundg\u00e4nge durch das ehemalige Warschauer Ghetto, das ehemalige j\u00fcdische Lublin, das J\u00fcdische Historische Institut in Warschau, das Staatliche Museum in Majdanek und die ehemaligen Mordlager der \u201eAktion Reinhardt\u201c an. Mitglied des Vereines \u201eStudnia Pami\u0119ci\u201c (\u201eBrunnen der Erinnerung\u201c) aus Lublin. Arbeitet mit dem Museum f\u00fcr Geschichte der Polnischen Juden POLIN in Warschau zusammen, u.a. bei der Begleitung von Gruppen in der Ausstellung, Durchf\u00fchrung von Workshops f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie von Seminaren oder Kursen f\u00fcr Erwachsene, darunter f\u00fcr Guides und Freiwillige. Arbeitet mit polnisch-, deutsch-, englisch und spanischsprachigen Besuchern und Besucherinnen. 2023 wurde der von ihr \u00fcbersetzte Zeitzeugenbericht von Kalmen Wewryk <em>Do Sobiboru i z powrotem <\/em>(<em>Nach Sobibor und zur\u00fcck)<\/em> in Polen ver\u00f6ffentlicht.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Einsperrung der J\u00fcdinnen und Juden im Warschauer Ghetto im November 1940 beginnt eine Gruppe um den j\u00fcdischen Historiker Emanuel Ringelblum, die sich Oneg Shabbat (\u201aFreude des Sabbat\u2018) nennt, Beweisst\u00fccke f\u00fcr die Entrechtung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung zu sammeln und das Geschehene f\u00fcr die Nachwelt schriftlich festzuhalten. 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