Vortrag: Das Israelbild in deutschen Schulbüchern und die Pädagogik des Ressentiments

Vortrag von Dr. Klaus Thörner

Zeit: Dienstag, 15. November 2016, 18:30 Uhr

Ort: Rathaus Stuttgart, Marktplatz 1, Mittlerer Sitzungssaal

Eintritt: frei

Moderation: Susanne Wetterich

„Schulbücher definieren nicht nur legitimes Wissen und wünschenswerte Kompetenzen, sondern vermitteln auch staatlich bzw. gesellschaftlich präferierte Identitätsangebote“, heißt es ganz richtig auf der Website des Georg-Eckert-Instituts, Leibnitz-Institut für internationale Schulbuchforschung, der in Deutschland führenden Schulbuchforschungseinrichtung. Doch welche Identitätsangebote vermitteln deutsche Schulbücher bei der Darstellung des Staates Israel?

Im Jahr 1985 hatte das Institut diese Frage untersucht. Damals wurde die Einseitigkeit kritisiert, mit der Israel als Aggressor im israelisch-arabischen Konflikt dargestellt wurde. Nun, dreißig Jahre später, ist das Institut mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes dieser Frage erneut nachgegangen und hatte, um es allgemein auszudrücken, unverändert hohen Handlungsbedarf festgestellt. Dies veranlasste den Verein Scholars for Peace in Middle East, Germany e.V. in Kooperation mit den DIG-Arbeitsgemeinschaften Bremen, Hannover, Ostfriesland und Oldenburg zu einer Initiative, das Fachpublikum und die interessierte Öffentlichkeit zu sensibilisieren und mit Politik und Schulbuchverlagen ins Gespräch zu kommen.

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Vortrag: Rechte, linke und andere Verschwörungsphantasien und ihre antisemitischen Implikationen

Vortrag von Prof. Dr. Samuel Salzborn

Zeit: Montag, 24. Oktober 2016, 19 Uhr

Ort: Senatssaal der Universität Stuttgart, Keplerstr. 7, 70174 Stuttgart

Eintritt: frei

Es gehört mittlerweile fast zur Normalität politischer Ereignisse, dass Verschwörungsmythen fast so schnell produziert werden, wie die Ereignisse stattfinden – was mit der Logik der Verschwörung zu tun hat: Sie bedarf keiner Fakten, keiner Realität, keiner Wirklichkeit außer ihrer selbst, um zu funktionieren. Es bedarf stets nur eines Anlasses, nicht einer Ursache, damit Verschwörungsphantasien formuliert werden –- denn ihre jeweils eigene hermetische Wahnwelt funktioniert in ihrer Struktur ganz unabhängig von der Wirklichkeit, da sie in keiner Weise an empirische oder historische Fakten gebunden ist, sondern lediglich mit einem Phantasieweltbild korrespondiert, das jederzeit reformulierbar, jederzeit reproduzierbar und damit auch jederzeit in Variationen abrufbar ist. Die Verschwörungsphantasie ist damit nicht nur eine mythische Konstruktion, sondern in ihrer Verdinglichung auch Ausdruck der Ambivalenz moderner Vergesellschaftung, die zunehmend Zuspruch in unterschiedlichen politischen Spektren findet. Die unterschiedlichen Varianten von Verschwörungsphantasien und ihre antisemitischen Implikationen werden Thema der Veranstaltung sein.

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Vortrag: 100 Jahre Sykes-Picot-Abkommen – Ursünde in Nah-Ost?

Vortrag und Diskussion mit Heribert Schmitz

Zeit: Donnerstag, 15. September 2016, 19 Uhr

Ort: Forum 3 e.V., Gymnasiumstraße 21, 70173 Stuttgart

Eintritt: frei

„Der Syrien-Konflikt ist das Ende einer Ordnung, die nach dem Ersten Weltkrieg mit der Aufteilung des Nahen Ostens unter dem Sykes-Picot-Abkommen begann“.

Dies sagt Martin Erdmann, der deutsche Botschafter in der Türkei. Nicht nur Erdmann denkt nach in diesen Monaten über das Sykes-Picot-Abkommen, dessen Unterzeichnung am 16. Mai vor einhundert Jahren stattgefunden hat. Die vom britischen Diplomaten Sir Mark Sykes und seinem französischen Kollegen Francois Georges Picot ausgehandelte Vereinbarung teilte das Osmanische Reich in eine britische und eine französische Einflusssphäre. Die Folgen und das absehbare Ende der Weltordnung im Nahen Osten beschreibt Heribert Schmitz in seinem Vortrag „100 Jahre Sykes-Picot – Ursünde in Nah-Ost!?“

Auf seiner mehrmonatigen Tramptour 1966 durch Länder des Nahen Ostens kam Heribert Schmitz praktisch mit den Auswirkungen des Sykes-Picot-Abkommens in Berührung. Diese Gegend und seine Geschichte ließen ihn dann nicht mehr los. 2007 gründete er die Arbeitsgemeinschaft Nürnberg-Mittelfranken innerhalb der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Der Betriebswirt genießt heute seinen Ruhestand.

Anschließend laden wir Sie ein zu Häppchen und Saft.

Vortrag: Der Israelsonntag im Kirchenjahr

Vortrag und Diskussion mit Pfarrer Roland Spur

Zeit: Mittwoch, 13. Juli 2016 um 19 Uhr

Ort: Bischof-Moser-Haus, Wagnerstr. 45, 70182 Stuttgart (Bohnenviertel)

Eintritt: frei

Der Israelsonntag ist ein Sonntag im evangelischen Kirchenjahr, der das Verhältnis von Christen und Juden zum Thema hat. Er wird am zehnten Sonntag nach Trinitatis, also elf Wochen nach dem Pfingst-fest begangen. In diesem Jahr fällt er auf den 31. Juli 2016.

Der Israelsonntag böte der Kirche die Chance, sich mit ihrer Erbsünde zu befassen. Warum wird diese Gelegenheit so wenig genutzt? Jesus sagt in Johannes-Evangelium Kapitel 4, im Vers 22: „Das Heil kommt von den Juden.“ Auch diese Aussage wäre ein lohnenswertes Thema am Israelsonntag.

Pfarrer Roland Spur wird in seinem Vortrag auf die historischen und theologischen Zusammenhänge eingehen.

Bericht vom Israeltag 2016

Bei strahlendem Sonnenschein feierten am 4. Mai 2016 auf dem Schlossplatz mehrere Hundert Stuttgarterinnen und Stuttgarter den 68. Geburtstag Israels. Kindergartenkinder und Schülerinnen und Schüler, der Zemer-Chor und das Ensemble Roman Kuperschmidt gratulierten mit ihren musikalischen Beiträgen. Unter Anleitung von Avi Palvari wurde ausgiebig Hora getanzt.

 

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