Aktionswochen gegen Antisemitismus

Im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antiono Stiftung haben wir gemeinsam mit dem KOMMA Kultur Esslingen drei Interviews produziert und freuen uns diese nun hier zu veröffentlichen.

 

1. Verschwörungstheorien in Zeiten von Corona – Gespräch mit Laura Luise Hammel

Laura Hammel forscht als Doktorandin an der Universität Tübingen zur Frage, wie Bewegungen und Parteien der Neuen Rechten Verschwörungstheorien einsetzen, um ihre Themen zu transportieren und Anhänger*innen anzusprechen.

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Vorsitz der Bundesregierung im EU- und Sicherheitsrat: Israel vor dem internationalen Antisemitismus in Schutz nehmen – UNRWA auflösen

Stellungnahme des Vorstands der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V. am 26. Juni 2020

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Die Bundesregierung sei wie die EU der Ansicht, dass eine Annexion innerhalb des Westjordanlands nicht mit internationalem Recht vereinbar wäre, sagte der deutsche Außenminister am 10.6.20 bei seinem Besuch in Israel. Weitere Überlegungen äußert er zum israelisch-palästinensischen Konflikt nicht. Das ist in mehrerer Hinsicht zu wenig.

Erstens müsste sich die Bundesregierung endlich selbstkritisch eingestehen, dass sie die Verweigerungshaltung der palästinensischen Seite Tag für Tag mit viel Geld unterstützt und so den Konflikt verlängert. Abbas lehnte es rundweg ab, über den Trump-Plan und die darin vorgeschlagene „realistische Zwei-Staaten-Lösung“ auch nur zu sprechen; er kündigte zudem sämtliche Vereinbarungen mit Israel. Kein Ton von Maas oder der Bundesregierung dagegen. Es ist die arabisch-palästinensische Seite, die seit mehr als 70 Jahren, alle Friedens- und Verhandlungsangebote und eine Lösung „Zwei Staaten für zwei Nationen“ ablehnt. 1947 die UN-Teilungsempfehlung und die Gründung eines palästinensischen Staates; 1967 das israelische Angebot „Land für Frieden“; 2000 die Clinton Parameter und das Angebot Baraks, 96 Prozent der umstrittenen Gebiete einem palästinensischen Staat zuzuschlagen, ohne jüdische Siedlungen und mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt; 2008 den Olmert-Vorschlag und 2014 die Obama-Prinzipien. In all diesen Fällen machten die Palästinenser nicht einmal Gegenvorschläge.
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Online-Vortrag: Schlafstunde und Zionismus

Online-Vortrag von Oliver Vrankovic live aus Israel

 

Zeit: Mittwoch, 22. Juli 2020, 19 Uhr

Ort: Videokonferenz mit Vortrag und Diskussion

Anmeldung: Erforderlich für die Teilnahme an der Diskussion. Bitte an info@dig-stuttgart.net

Alternativ wird der Vortrag live auf unserer Facebook-Seite übertragen. Hierzu ist keine Anmeldung erforderlich.

Eintritt: entfällt

Veranstalterin: DIG Region Stuttgart e.V.

 

Ein Vortrag über die Jeckes; jene deutschen und kulturdeutschen Juden, die in den 30er Jahren nach Palästina geflüchtet sind und zu Mitbegründern des Staates Israel wurden. Sie sind vor den Deutschen nach Palästina geflüchtet, bevor ihnen ihre Heimat zur Mördergrube ohne Entrinnen werden konnte.

Obwohl ihnen Deutschland für immer verleidet wurde, kam es für die deutschen Juden nach ihrer Auswanderung zu keinem Ablösungsprozess von ihrem kulturellen Erbe. Die heute Hochbetagten trafen in jungen Jahren auf ein von osteuropäischen Pionieren dominiertes jüdisches Gemeinwesen, das ihnen viel Argwohn entgegenbrachte. Der Wechsel von der deutschen in die eretz-israelische Heimat verlief als schwieriger Prozess von Negation und Affirmation. Trotz ihrer holprig verlaufenden Integration haben die Jeckes überproportional viel zur gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung des jüdischen Gemeinwesens und später des jüdischen Staates beigetragen. Israel wurde durch die deutschen und kulturdeutschen Juden erkennbar geprägt.

Aus den Einwanderern aus Deutschland wurden Israelis. Israelis, die Deutsche geblieben sind.

Der Referent Oliver Vrankovic arbeitet in einem Elternheim der Organisation für Einwanderer mitteleuropäischer Herkunft und kennt die Bewohnerinnen und Bewohner und deren persönliche Geschichte, die mit der Weltgeschichte eng verflochten ist, aus nächster Nähe. Sie stammen aus Familien, die sich in Mitteleuropa wohl fühlten und integriert glaubten. Noch heute sind in ihnen die Abdrücke jenes liberalen Bürgertums zu erkennen, das in Europa längst untergegangen ist.

Video der szenischen Lesung: Gino Bartali – Italienische Radlegende, Helfer verfolgter Juden

Ein Vortrag von Annedore Wittum, inszeniert und gelesen von Samira Hadi, Chiara Poma Rinklef und Emanuel Schwarz.

 

 

Gino Bartali gewann 1938 als Profi-Radrennfahrer die Tour de France. Wenige Jahre später rettete er 800 jüdische Menschen in der Toskana vor den Nazis. Er wird deshalb in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ gewürdigt und zu seinen Ehren begann der Giro d’Italia 2018 in Israel. Der Vortrag berichtet über den Lebensweg Bartalis und seine Mitarbeit in einem konspirativen Netzwerk der katholischen Kirche in Florenz zur Judenrettung.

Szenische Lesung: Gino Bartali – Italienische Radlegende, Helfer verfolgter Juden

Vortrag von Annedore Wittum

 

Zeit: Freitag, 19. Juni 2020, 19 Uhr

Ort: Live auf Facebook

Eintritt: entfällt

Veranstalterinnen: DIG Region Stuttgart e.V., KOMMA Kultur Esslingen

 

Ein Vortrag von Annedore Wittum, inszeniert und gelesen von Samira Hadi, Chiara Poma Rinklef und Emanuel Schwarz.

Die Leseinszenierung wird zur angegebenen Zeit auf den Facebook-Seiten des KOMMA Kultur Esslingen und der Deutsch-Israelische Gesellschaft Region Stuttgart e.V. und auf www.komma.info live gestreamt. Der Link wird auch hier in der Veranstaltung gepostet.

Gino Bartali gewann 1938 als Profi-Radrennfahrer die Tour de France. Wenige Jahre später rettete er 800 jüdische Menschen in der Toskana vor den Nazis. Er wird deshalb in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ gewürdigt und zu seinen Ehren begann der Giro d’Italia 2018 in Israel. Der Vortrag berichtet über den Lebensweg Bartalis und seine Mitarbeit in einem konspirativen Netzwerk der katholischen Kirche in Florenz zur Judenrettung.