Offener Brief zur Causa Gedeon

Offener Brief an die Präsidentin des Landtags Baden-Württemberg, Frau Muhterem Aras, und
an den stellvertretenden Präsidenten des Landtags BW, Herrn Wilfried Klenk

 

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, sehr geehrter Herr Landtagspräsident,

im Landtag von Baden-Württemberg sitzt ein Abgeordneter, der sich offen antisemitisch äußert.
Wir bitten Sie zu prüfen, ob die Aussagen von Herrn Dr. Wolfgang Gedeon MdL, AfD, den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen und ob ggf. seine Immunität aufzuheben ist.
Wir bitten Sie ihm zu untersagen sich in- und außerhalb des Landtags antisemitisch zu äußern.
Wir erwarten, dass der Landtag den Verschwörungsaussagen von Herrn Gedeon öffentlich widerspricht und sie als Demokratie gefährdend verurteilt.

Dr. Wolfgang Gedeon MdL, AfD, verbreitet in seinem Buch „Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“ ein zentrales Topos des Antisemitismus, – die Juden seien selber schuld am Antisemitismus: „Könnte es vielleicht sein, dass, wie der Jude L. Deutsch schreibt, die Juden genügend Gründe für die ihnen entgegengebrachten Feindseligkeiten geliefert haben?“ Zitiert nach Jan Riebe: Wie antisemitisch ist die AfD?

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Bericht vom Israeltag 2016

Bei strahlendem Sonnenschein feierten am 4. Mai 2016 auf dem Schlossplatz mehrere Hundert Stuttgarterinnen und Stuttgarter den 68. Geburtstag Israels. Kindergartenkinder und Schülerinnen und Schüler, der Zemer-Chor und das Ensemble Roman Kuperschmidt gratulierten mit ihren musikalischen Beiträgen. Unter Anleitung von Avi Palvari wurde ausgiebig Hora getanzt.

 

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Pressemitteilung: BW-Bank soll Konto von Israelboykotteuren kündigen

Schwer enttäuscht ist Bärbel Illi, Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stuttgart und Mittlerer Neckar von der BW-Bank. Denn diese weigert sich, das Konto einer Organisation zu kündigen, die Israels Existenzrecht bestreitet und dem jüdischen Staat mit Boykottaufrufen schaden will.

„Das Stuttgarter Palästina-Komitee ist für seine Hetze gegen Israel bekannt. Es tritt für die Beseitigung des jüdischen Staates ein, veranstaltet Israel-Boykottaktionen vor Warenhäusern und organisiert Demonstrationen, auf denen „Tod den Juden“ gerufen und Israel unterstellt wird, es wiederhole den Holocaust. Erst kürzlich bot es einem Redner ein öffentliches Forum, der Israel unterstellt, mit den gleichen Methoden wie in Auschwitz gegen die Palästinenser vorzugehen. Das ist die typische Masche von Leuten, die wissen, dass Leugnung und Verharmlosung des Holocaust verboten ist und dann das Ganze nur etwas anders sagen.“

Die DIG fordert die BW-Bank auf, das Konto des Palästina-Komitees zu kündigen und verweist darauf, dass die Bank mit ihrer faktischen Unterstützung des Israelboykotts gegen die Außenwirtschaftsverordnung verstößt.

Christian Lange MdB, Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, erklärt dazu: „Ich lehne jede Form des Israelboykotts ab. Die sogenannte BDS-Bewegung schadet den deutsch-israelischen Beziehungen, deren 50. Jubiläum wir erst im vergangenen Jahr gefeiert haben“.

Das Thema findet bereits internationale Beachtung, siehe diesen Artikel der Jerusalem Post

Bericht: Protest gegen Treffen von Hamas-Anhängern

Am 2.4.2016 fand ein Treffen von ca. 100 Hamas-Anhängern in der städtischen, also mit kommunalen Geldern subventionierten Turn- und Versammlungshalle Hallschlag statt. Außer einer Ermahnung an den Veranstalter, sich an die Gesetze zu halten, unternahm die Stadtverwaltung nichts.

Das Treffen blieb aber nicht ohne Widerspruch unsererseits: Zu unserer kurzfristig angekündigten Versammlung, bei der wir Passanten per Flugblatt über das unheilvolle Treffen informierten, kamen mehr als 30 Leute.

Zeitzeugenvortrag : Als Kind in Theresienstadt

Zeitzeugenvortrag von Pavel Hoffmann

Zeit: Montag, 18. April 2016, 19 Uhr

Ort: Bischof-Moser-Haus, Wagnerstr. 45, 70182 Stuttgart (Bohnenviertel)

Eintritt: frei

Pavel Hoffmann, der als Kind das KZ Theresienstadt überlebte, wird über sein Leben, seine Familie, das Lager und über den heutigen Antisemitismus sprechen.

Pavel Hoffmann wurde 1939 fünf Tage nach der Besetzung der damaligen Tschechoslowakei durch die deutsche Wehrmacht geboren. Seine Elternwaren jüdische Ärzte in Prag. 1942 nach dem Attentat auf Heydrich wurde sein Vater zusammen mit 1200 weiteren Mitgliedern der tschechischen Intelligenz in einem Fußballstadion erschossen. Seine Mutter, von Beruf Kinderärztin, und das Kind Pavel wurden 1943 nach Theresienstadt deportiert. Vorher wurden bereits die Großeltern von Pavel Hoffmann väterlicherseits, seine Tante und seine Cousine in Auschwitz ermordet. Pavel Hoffmannwurde am 5. Februar 1945 mit dem sogenannten Schweizer Transport, vereinbart zwischen Heinrich Himmler und dem damaligen Schweizer Bundespräsidenten Jean-Marie Musy, zusammenmit 1200 meistens deutschen und tschechischen Juden in die Schweiz gebracht und damit gerettet. Dort hat sich ein tschechisches Ehepaar seiner angenommen. So kam er im Juni 1945 als einziger Überlebender seiner Familie zurück nach Prag.

Filmausschnitte mit Originalszenen aus Theresienstadt 1943 ergänzen den Vortrag.

Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Stuttgart. Grußwort Dr. Roland Müller, Ltd. Stadtarchivdirektor.