Online-Vortrag: Die israelfeindliche Politik der DDR – Antisemitismus trotz Antifaschismus?

Vortrag von Dr. Martin Jander

 

Zeit: Mittwoch, 4. November 2020, 19 Uhr
Ort: Online via Zoom
Moderation: Susanne Wetterich
Veranstalterinnen: DIG Region Stuttgart e.V., IRGW, evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart
 
Anmeldung: Bitte per E-Mail an info@dig-stuttgart.net

 

Trotz vielfältiger Recherchen zu Geschichte und Struktur der DDR – allein der Bundestag setzte zwei Enquetekommissionen dazu ein – haben Forschung und Publizistik einen weiten Bogen um die Zusammenhänge von DDR, Antisemitismus und Israel-Feindschaft gemacht. Nur wenige Forscher wie Jeffrey Herf, Thomas Haury, Rainer M. Lepsius so wie die Amadeu Antonio Stiftung aus Berlin haben sich bislang mit den Themen intensiv beschäftigt und dazu publiziert. Dr. Martin Jander zeigt in seinem Vortrag die Entstehung und Entwicklung der nachnationalsozialistischen DDR-Gesellschaft, deren Selbstverständnis antifaschistisch, deren Politik nach innen und außen jedoch antisemitisch und israelfeindlich ausgerichtet war. Der größte Teil der DDR-Juden wurde im Winter 1952/53 vertrieben. Ab 1967 unterstützte die DDR Kriege gegen Israel militärisch. Antisemitismus und Israel-Feindschaft waren jedoch nicht nur der Politik der DDR-Führung geschuldet. Sie waren auch in der DDR-Gesellschaft präsent, die seit 1945 zwar in eine nicht-kapitalistische Gesellschaft transformiert wurde, Antisemitismus und Rassismus jedoch nicht aufarbeitete.

Dr. Martin Jander arbeitet als Historiker, Journalist und Erwachsenenbildner in Berlin. Er forscht zur Geschichte der DDR und zum deutschen Linksterrorismus. Jander unterrichtet deutsche und europäische Geschichte an Dependancen der „Stanford University“ und „New York University“ in Berlin.

Die gelernte Rundfunkjournalistin Susanne Wetterich ist Mitglied im Vorstand der DIG Region Stuttgart. Im Auftrag der IRGW leitet sie das Vorbereitungsteam der Jüdischen Kulturwochen.