Vortrag: Instrumentelle Israelsolidarität der AfD

Vortrag und Diskussion mit Dr. Marc Grimm

 

Zeit: Montag, 14. Oktober 2019, 19 Uhr

Ort: KOMMA Kultur Esslingen, Maillestraße 5-9, 73728 Esslingen

Eintritt: 5 Euro (für Mitglieder frei)

Veranstalterinnen: DIG Region Stuttgart e.V., KOMMA Kultur Esslingen

 

An den Mobilisierungskampagnen und Wahlkämpfen rechtsradikaler Parteien in Europa ließ sich in den letzten Jahren beobachten, dass der Antisemitismus hinter den Themen Islam, Einwanderung und nationale Identität zurückgetreten ist. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl rechtsradikaler Parteien und Gruppierungen, die ihre Solidarität mit Israel bekunden und sich jüdischen Organisationen als Bündnispartner im Kampf gegen den Islam empfehlen. Es blieb abzuwarten, wie die noch junge AfD auf antisemitische Vorfälle in den eigenen Reihen reagieren würde.

Der Vortrag wird zeigen, dass das Verhältnis der AfD zum Antisemitismus mittlerweile geklärt ist. Um die thematischen Schwerpunkte des Antisemitismus innerhalb der AfD zu beleuchten wird der antisemitische Gehalt der von der AfD kolportierten Gesellschaftsbilder sowie deren Vergangenheitspolitik in den Blick genommen, die vor allem von Erinnerungs- und Schuldabwehr geprägt ist. Zudem werden die positiven Bezugnahmen auf Israel und Judentum und die Gründung der Vereinigung Juden in der AfD (JAfD) in die Betrachtung einbezogen.

Marc Grimm, Dr. phil, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG 2 Sozialisation der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld. Forschung zu Fragen der Gedenkstättenpädagogik, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Zuletzt erschien der zusammen mit Bodo Kahmann herausgegebene Sammelband Antisemitismus im 21. Jahrhundert. Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror. De Gruyter, 2018.